Geschichte / Kirchen

Ein Ausflug in die Historie

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KupferstichUnsere jetzige Pfarrkirche ist heuer (im Jahr 2002) 150 Jahre alt! - Zu runden Geburtstagen hält man gerne Rückschau auf das Leben des Jubilars / der Jubilarin. Unser Geburtstagskind hat nicht nur im wörtlichen, sondern auch im übertragenen Sinne Sonnenschein und stürmische Zeiten erlebt.

Die Geburtsstunde der bereits fünften Kirche auf dem Berg war von äußerster Geldknappheit geprägt. Und dennoch brachte man den Mut zur horrenden Summe von etwa 27.000 Gulden auf - die Aussenanlagen und den Friedhof nicht mitgerechnet! Wie sollte man diese Schulden begleichen? - Der Erwerb eines Stuhlplatzes brachte 1855 lediglich 1 Gulden 12 Kreuzer (ca. 2.30 RM) ein, die weitere Jahresmiete kostete 6 Kreuzer (ca. 20 Pf); das Jahresgehalt des Gemeindeschreibers von Abbach z.B. betrug im Jahre 1862 78 Gulden. Wir Heutigen dürfen feststellen, dass die Abbacher Bürger und Pfarrkinder bei der Geldnot zur Zeit des Kirchenbaus den festen Willen hatten, das Äußerste für ihre Kirche zu leisten, damit sie mit dieser Last zu Rande kamen. Sie legten selbst fleißig mit Hand an. Der Wert der Hand- und Spanndienste wurde mit 2830 Gulden beziffert; die Gemeindeverwaltung zahlte davon allein im Jahre 1850/51 317 Gulden.

Bis das Werk den meisten entsprach, musste man auch immer etwas verändern;unter den 1.Oktober 1871 stellt Pfarrer Steinhauser fest: "Ende September wurde der obere Theil des Thurmes des Pfarrgotteshauses, welcher ursprünglich die gleiche Farbe /: roth :/ mit dem ganzen Gebäude theilte, auf Veranlassung und Verantwortlichkeit des Bürgermeisters Zoeller- vom hiesigen Spengler-Meister Paintner um die Summe von 150 Gulden schwarz gefärbt." -

Wir kennen den Spruch: "Wenn der Herr das Haus nicht baut, bauen die Bauleute vergebens." Aber man darf realistischerweise hinzufügen: Wenn die Bauleute säumig sind, wartet der Herr auf sein Haus vergeblich. Gott leiht sich unsere Hände,unseren Sinn und unser Herz. Vor Gott haben wir in der Vergangenheit die Dankbarkeit für die Pfarrkirche bestimmt nicht vermissen lassen: "Großer Gott, wir loben Dich!" - Diese Lied hat unsere Pfarrkirche schon sehr oft gehört.

Hl. NikolausAber die Bauleute? Haben wir ihre Namen nicht schon vergessen? An seiner Dankbarkeit erkennt man den Wert eines Menschen am besten. Darum wollen wir zur Feier des 150-jährigen Bestehens der Pfarrkirche St. Nikolaus vielen Leuten für ihren Beitrag zum Baus, zur Ausstattung und zur Erhaltung der Kirche auf dem Berg herzlich danken: Zuerst denke ich an Pfarrer Martin Otto, den Bauherrn und an den Kassierer der Kirchenbaukasse, Apotheker Lang von Abbach. Die Baumeister waren Josef Schmidtner, Lanshut, und Karl Dobmayer, Kelheim.

Die Paramentenschränke. die Sakristeikästen, das Speisegitter und die Kirchenstühle fertigte der sehr verdientsreiche Schreiner Johann Koch aus Abbach. Die Beteiligten an den anderen Gewerken können nicht alle namentlich aufgezählt werden. Auch den Gönnern und Spendern der kleinsten Gaben sei gedankt.

Die Akteure und Wohltäter der ersten Renovierung 1891 seien nicht vergessen. Sie mögen ruhen in Gottes Frieden! 1983/84 und 1992 wurde zu unseren Lebzeiten die Außenrenovierung in Angriff genommen. Hier wollen wir den Einsatz von Anton Artmeier, dem ersten Vorstand des "Verein(s) der Freunde der Pfarrkirche" dankbar erwähnen. Die Folgen der 2 "Renovierung" 1952 werden unter tatkräftiger Mitwirkung des "Verein(s) der Freunde der Pfarrkirche" unter der Vorstandschaft von Christian Fischl und durch die Opferbereitschaft der Pfarrangehörigen mit Hilfe der Diözese gegenwärtig in anerkennenswerterweise aufgearbeitet.

Dr. Alfons Kraus, ehrenamtlicher Archivpfleger von Bad Abbach

 

zusätzliche Infos zur Kirchengeschichte Bad Abbachs auf der offiziellen WEB-Seite der Marktgemeinde Bad Abbach.