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Kirche Zur Heiligen Familie PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Werner Sturm und Franz Hagl   

 

Zur Heiligen Familie

 

Die Kirche zur Heiligen Familie wurde aus demselben Beweggrund erbaut wie vor 500 Jahren die Kapelle Sankt Christophorus, um den alten und gebrechlichen Leuten, wie auch den Kurgästen den steilen Weg zur Pfarrkirche auf den Berg abzunehmen. Vor allem im Winter waren die Wege sehr schwierig. Man wollte im Ortszentrum ein großes und heizbares Gotteshaus bekommen. Mit der Kirche sollte auch ein Pfarrsaal gebaut werden, der vor allem der Jugend und den kirchlichen Vereinen als Versammlungsraum zur Verfügung stünde.

1957 wurde der Kirchenbauverein Sankt Josef gegründet, dem spontan 310 Mitglieder beitraten. Unter Pfarrer Meier konnte der Neubau in Angriff genommen werden. Bereits am 06. November 1960 legte Domkapitular Augustin Kufner den Grundstein. Die feierliche Einweihung der Kirche erfolgte am 08. Oktober 1961 durch Weihbischof Josef Hiltl.

Das neue Gotteshaus wurde im rückwärtigen Bereich des Pfarranwesens errichtet, wo früher die Scheune des Ökonomieanwesens stand. Der damaligen Zeit entsprechend, aber auch aus finanziellen Gründen war man bemüht, ein solides, aber in seiner äußeren Ansicht wie in der Innenausstattung einfaches Gotteshaus zu errichten. Daher kam der ursprüngliche Vorschlag, ein Bethaus zu errichten, in dem vor allem die Gottesdienste an den Werktagen gefeiert würden, um nicht für die Pfarrkirche auf dem Berg einen vollständigen Ersatz zu bekommen. Die Kosten beliefen sich auf 320 000 DM.

Die Kirche bietet 420 Besuchern Platz. Hinzu kommen weitere 40 Plätze auf der Empore. Die Gesamtlänge des Gebäudes beträgt 30 m, die Breite 14 m.

Die Belichtung des Innenraumes durch das Tageslicht erfolgt durch Oberlichtbänder, die mit verglasten Fertigbetonsteinen ausgefacht sind.

Da ein hoher Kirchturm das Gesamtbild der Umgebung gestört hätte, entschied man sich für einen einfachen Dachreiter. Zu den Gottesdiensten konnten die inzwischen auf elektrischen Betrieb umgestellten Glocken der Pfarrkirche auf dem Berg rufen.

 

Innenraum

Die Kirche zur Heiligen Familie

Die Kirche wurde der Heiligen Familie geweiht. Über dem Altarstein, der damals der Zeit vor dem II. Vatikanischen Konzil entsprechend, an der Stirnwand befestigt war, hing das Bild der Heiligen Familie mit einem Strahlenkranz umgeben. Geschaffen hat dieses Bild der Kunstmaler Erich Schickling aus Otto-beuren. Allerdings schien der Künstler den Geschmack der Bad Abbacher Bevölkerung wenig getroffen zu haben. Bereits nach einigen Jahren wurde das Altarbild entfernt und durch ein Bronzekreuz ersetzt. Heute befindet sich das Bild der Heiligen Familie über dem Eingang zur Sakristei.

Heilige Familie

Türen, Kirchenbänke und Beichtstühle sind aus Eschenholz, natur gearbeitet.
Die Decke des Gotteshauses weist die Form eines Hauszeltes auf und ist mit naturgelassenen Eichenbrettern verschalt.
Die Wände des Kirchengebäudes sind mit Sichtmauerwerk aus Ziegeln ausgeführt, dazwischen befinden sich Stahlbetonskelettstützen.
Der Kreuzweg ist ein Bronzeguss aus dem Jahre 1968. Die 14 Stationen gestaltete die Firma Brandner aus Regensburg.

Madonna Tabernakel

Die Madonna

ist dem Original der Leinberger Madonna nachgeschnitzt worden. Hans Lein-berger (t1531 oder t1535) aus Landshut, war einer der bedeutendsten Bildhauer des frühen 16. Jahrhunderts. Leinberger bildet stilistisch ein Bindeglied zwischen der Spätgotik und der Kunst des frühen Barock. Die künstlerisch wertvolle Madonna mit dem Jesuskind wurde 1973 angeschafft und durch Spenden bezahlt. Sie bildet den Mittelpunkt des Maialtares.

Der Tabernakel

wurde aus einem einzigen Steinblock gehauen und ist mit einer zweiflügeligen Bronzetüre versehen. Das Gehäuse umrahmt eine stilisierte Flamme. Die dazugehörige Emailarbeit auf den Tabernakeltüren mit der Darstellung des Lamm Gottes und das Kreuz über dem Altar, das für das Bild der Heiligen Familie einen würdevollen Ersatz bildet, stammen von dem Stadtschwarzacher Künstler Josef Mahler.
Tabernakel, Altarstein, Weih Wasserbecken und Grundstein bestehen aus Muschelkalk. Sie sind Werke des Bildhauers Karl Reidl aus Landshut.

 

Rosette

 

Die Rosette

Die sachkundige Deutung verfasste der Künstler Erich Schickling selbst.

Alles deutet auf IHN hin, geschaffen im himmlischen Jerusalem mit den 12 Aposteln, die wie Perlen als Tore der Stadt aufleuchten.

Im blauen Grund, der strömend von der Mitte her seine Bewegung nach außen in die Vielheit nimmt, ist der Erzengel Raphael zugegen, der uns hinwendet zum Gold der Sonne, dem Urquell allen Lebens, der Mitte der Welt. Doch die Sonne dient uns, was uns im Alten Testament durch Josefs Träume mitgeteilt wird.

Die Sonne aber leuchtet nur durch das Lamm, das sich opfert und macht die himmlische Stadt hell, die als Kreuzform im Rundfenster angelegt ist.

Das Lamm als der Baum des Lebens ist durch die 5 Wundmale angedeutet. ER ist der lebendige Weinstock, die Traube ist Frucht ewigen Lebens. Der Weizen, das Haus von Bethlehem, ist uns zeitliche Nahrung, die vom Himmel herabkommt.

Im Grün der Rebe sollen wir für Gottes Gegenwart erwachen.

Die Eingangstüren verkleidete man 1968 mit Kupfer, um sie wetterfest zu machen. Die Ausführungen lagen bei der Firma Lehner aus Regensburg. In die beiden Türen sind Szenen aus dem freudenreichen Rosenkranz eingearbeitet. In den 80er Jahren wurde eine neue Orgel gekauft, da die Vorgängerin nicht mehr den Anforderungen entsprach.

Im Dachreiter befindet sich eine kleine Glocke mit dem Bild der Heiligen Familie. Die Glocke wiegt 135 kg und wurde von der Firma Ferner aus Passau gegossen.


Pfarrei Maximilian Kolbe, Breslau,
Partnerpfarrei der Pfarrei Sankt Nikolaus, Bad Abbach

Seit 1982 besteht eine Partnerschaft zwischen den Pfarreien Maximilian Kolbe, in Breslau, und der Pfarrei St. Nikolaus, Bad Abbach.

Auf dem Wandteppich im Altarraum ist der Patron der Partnerpfarrei, Maximilian Kolbe, abgebildet. Er war Franziskanerpater und starb im Konzentrationslager Auschwitz, da er freiwillig anstelle eines jungen Familienvaters in den Todesbunker ging. Bei der Heiligsprechung von Maximilian Kolbe war der durch ihn gerettete Familienvater dabei.

Die Partnerschaft der beiden Pfarreien wurde im Laufe der Jahre durch viele gegenseitige Besuche am Leben gehalten und vertieft. Dadurch konnten auf beiden Seiten Vorurteile abgebaut, viel Verständnis aufgebaut und persönliche Freundschaften geschlossen werden.

Ein Fenster im Altarraum der neuen Kirche Maximilian Kolbe in Breslau erinnert die dortigen Christen an ihre Partnerpfarrei in Bayern.

Seit vielen Jahren brennen bei den Gottesdiensten in den Partnerpfarreien Oster-kerzen, die Jugendliche aus Bad Abbach mit den jeweils gleichen Bildern verzieren.

Dezent, aber ständig laden der Wandteppich, das Fenster und die Osterkerzen zum Gebete füreinander ein und werben weiter für die Freundschaft der Angehörigen beider Pfarreien.

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 8. November 2006 )
 
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